In einer Zeit, in der Posteingänge mit unaufgeforderten Nachrichten und allgemeinen Kontaktanfragen überflutet werden, hebt sich ein Ansatz immer wieder ab: Alumni-Networking. Menschen antworten deutlich eher auf Nachrichten von Personen, die dieselbe Bildungseinrichtung besucht haben. Diese einfache Gemeinsamkeit kann eine Kaltakquise-Nachricht unmittelbar in einen persönlichen Gesprächseinstieg verwandeln. Die Antwortraten sind häufig deutlich höher, weil eine gemeinsame Alma Mater Vertrauen, Nähe und gemeinsame Erfahrungen schafft.
Dennoch übersehen viele Fachkräfte eines der wirkungsvollsten Instrumente, um diese bestehenden Verbindungen gezielt zu nutzen: LinkedIn Alumni. In LinkedIn verbirgt sich eine umfangreiche Datenbank mit Absolventen von mehr als 23.000 Hochschulen. Damit können Sie untersuchen, wo Alumni arbeiten, welche Positionen sie innehaben und wie sich ihre beruflichen Werdegänge entwickelt haben. Im Wesentlichen handelt es sich um eine integrierte Informationsquelle, mit der Sie Ihr erweitertes berufliches Netzwerk besser verstehen können.

Überraschenderweise versuchen viele Fachkräfte jahrelang, Kontakte von Grund auf aufzubauen, und ignorieren dabei ein Netzwerk, dem sie bereits angehören. Zu Ihrem Alumni-Netzwerk können Gründer, Investoren, Personalverantwortliche und Führungskräfte aus Ihrer Branche gehören – Menschen, die häufig eher zu einem Austausch bereit sind, weil Sie dieselbe Alma Mater haben.
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie das Potenzial des LinkedIn-Alumni-Tools vollständig erschließen. Zunächst behandeln wir die Grundlagen: wie Sie das Alumni-Dashboard aufrufen, seine Daten verstehen und das Filtersystem nutzen. Anschließend widmen wir uns fortgeschrittenen Strategien, darunter gezieltes Alumni-Networking für Karriereentwicklung, Stellensuche, Partnerschaften, Recruiting und Branchenrecherche.
Außerdem lernen Sie praktische Methoden kennen, um besonders relevante Kontakte zu identifizieren, Nachrichten zu verfassen, auf die Empfänger tatsächlich antworten, und anhand von Alumni-Daten ganze Branchen abzubilden.
Am Ende dieses Leitfadens wissen Sie, wie Sie Ihr bestehendes berufliches Netzwerk in einen strategischen Vorteil verwandeln und eine der am wenigsten genutzten Ressourcen auf LinkedIn erschließen.
Was ist das LinkedIn-Alumni-Tool? (Und warum bietet es Ihnen einen besonderen Networking-Vorteil?)
Das LinkedIn-Alumni-Tool ist eine kostenlose Funktion auf LinkedIn, mit der Sie Alumni von mehr als 23.000 Hochschulen weltweit finden und kontaktieren können. Anstatt wahllos Kontaktanfragen zu senden, können Sie Personen ermitteln, die dieselbe Bildungseinrichtung besucht haben – einen besonders starken persönlichen Anknüpfungspunkt im beruflichen Networking.
Im Kern ist das LinkedIn-Alumni-Tool eine durchsuchbare Datenbank mit Alumni-Profilen. Es bündelt Daten von LinkedIn-Mitgliedern, die eine bestimmte Bildungseinrichtung im Bereich „Education“ angegeben haben, und stellt sie in einem dynamischen Dashboard zusammen. Dort können Sie analysieren, wo Alumni arbeiten, in welchen Branchen sie tätig sind und wie sich ihre beruflichen Werdegänge entwickelt haben.
Seine eigentliche Stärke liegt in den Filtermöglichkeiten. Sie können Alumni nach mehreren Kriterien suchen, darunter:

- Standort
- Unternehmen
- Branche
- Stellenbezeichnung oder Tätigkeitsbereich
- Studienfach
Dadurch wird LinkedIn von einem einfachen Verzeichnis zu einem strategischen Networking-Instrument. Sie müssen nicht mehr raten, wen Sie kontaktieren sollten, sondern können gezielt die Fachkräfte identifizieren, mit denen Sie sich vernetzen möchten.
Es gibt zwei Hauptwege, das Tool aufzurufen. Am schnellsten gelangen Sie direkt zu https://www.linkedin.com/search/results/schools/ und wählen Ihre Bildungseinrichtung aus. Alternativ können Sie die LinkedIn-Seite einer Hochschule aufrufen und auf den Tab „Alumni“ klicken. Dadurch wird dasselbe Dashboard mit den Alumni dieser Einrichtung geöffnet.
Es ist wichtig, das LinkedIn-Alumni-Tool von anderen Networking-Funktionen auf LinkedIn zu unterscheiden. Anders als LinkedIn-Gruppen, die von aktiver Beteiligung und Diskussionen leben, dient das Alumni-Tool als strukturierte Datenbank von Personen, die diese Bildungseinrichtung in ihrem Profil angegeben haben. Es unterscheidet sich auch von der allgemeinen erweiterten Suche, da die gemeinsame Bildungseinrichtung automatisch in das Filtersystem integriert ist.
Dieser Kontext ist wichtig. LinkedIn hat mehr als 310 Millionen monatlich aktive Nutzer, darunter über 40 Millionen Studierende und Hochschulabsolventen. In einem so großen Netzwerk wird eine allgemeine Ansprache häufig ignoriert. Wenn Sie jedoch jemanden kontaktieren, der dieselbe Hochschule besucht hat, wirkt Ihre Nachricht sofort relevanter und persönlicher.
Deshalb ist das Alumni-Tool so wirkungsvoll. Statt ungezielt Kontakte aufzubauen, erhalten Sie einen strategischen Filter, mit dem Sie Kontakte mit persönlichem Bezug im weltweit größten beruflichen Netzwerk finden.
So rufen Sie das LinkedIn-Alumni-Tool auf und navigieren darin: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Um zu lernen, wie Sie LinkedIn Alumni verwenden, benötigen Sie nur wenige Minuten. Dennoch entdecken viele Fachkräfte nie, wie nützlich das Tool tatsächlich ist. Sobald Sie wissen, wo Sie es aufrufen und wie Sie im Dashboard navigieren, können Sie schnell relevante Alumni in unterschiedlichen Branchen, Unternehmen und Regionen finden. Nachfolgend erfahren Sie, auf welchen drei Hauptwegen Sie das Tool aufrufen können und was Sie darin erwartet.
Methode 1 – Direkter URL-Zugriff (am schnellsten)
Der schnellste Weg zum Dashboard von LinkedIn Alumni führt über die direkte URL.
- Rufen Sie linkedin.com/alumni auf.
- LinkedIn erkennt Ihre Bildungseinrichtung automatisch anhand des Bereichs „Education“ in Ihrem Profil.
- Sie werden sofort zur Alumni-Analyseseite Ihrer Alma Mater weitergeleitet.
Diese Methode eignet sich ideal, wenn Ihre Ausbildung bereits auf LinkedIn eingetragen ist. Sie müssen nicht manuell suchen und gelangen direkt zum Alumni-Dashboard, wo Sie mit dem Filtern von Kontakten beginnen können.
Methode 2 – Über die LinkedIn-Seite Ihrer Bildungseinrichtung
Ein weiterer gängiger Weg zum LinkedIn-Alumni-Tool führt über die LinkedIn-Seite einer Hochschule.
- Suchen Sie auf LinkedIn nach dem Namen Ihrer Bildungseinrichtung.

- Klicken Sie auf die offizielle Seite der Bildungseinrichtung (nicht auf eine Unternehmensseite oder inoffizielle Gruppe).
- Wählen Sie im Navigationsmenü der Seite den Tab „Alumni“ aus.

- Dadurch wird das Dashboard „Career Insights“ geöffnet, in dem die Alumni-Daten angezeigt werden.

Diese Methode ist nützlich, wenn Sie mehrere Hochschulen untersuchen möchten – etwa weil Sie mehrere Abschlüsse erworben haben oder das Alumni-Netzwerk einer anderen Bildungseinrichtung analysieren möchten.
Methode 3 – Über die LinkedIn-Navigation
Darüber hinaus gibt es einen indirekteren Weg über die interne Navigation und Alumni-Gruppen von LinkedIn.
- Klicken Sie auf Ihr Profilsymbol.
- Öffnen Sie den Bereich „Groups“.
- Suchen Sie nach Alumni-Gruppen, denen Sie beigetreten sind.
Alternativ können Sie in LinkedIn-Gruppen nach „[Name der Bildungseinrichtung] Alumni“ suchen und relevanten Alumni-Gruppen Ihrer Hochschule beitreten.
Diese Methode öffnet das Analyse-Dashboard zwar nicht direkt, kann Ihnen durch aktive Alumni-Gruppen jedoch dabei helfen, Ihre Möglichkeiten für das Alumni-Networking zu erweitern.
Was Sie im Alumni-Dashboard sehen
Sobald Sie das Dashboard von LinkedIn Alumni aufgerufen haben, sehen Sie einen datenreichen Überblick über das Alumni-Netzwerk Ihrer Bildungseinrichtung.
Zu den wichtigsten Elementen gehören:
- Gesamtzahl der Alumni Ihrer Einrichtung, die derzeit auf LinkedIn sind
- Diagramme mit Auswertungen, die zeigen, wo Alumni arbeiten und leben
- Führende Arbeitgeber von Alumni
- Häufige Branchen und Tätigkeitsbereiche
- Ein interaktives Filtersystem zur Eingrenzung der Ergebnisse
Außerdem steht eine Suchleiste zur Verfügung, mit der Sie im Alumni-Netzwerk nach bestimmten Unternehmen, Stellenbezeichnungen oder Schlüsselwörtern suchen können.
Gemeinsam verwandeln diese Funktionen Ihr Alumni-Netzwerk von einer statischen Liste in ein leistungsstarkes Instrument für Einblicke in berufliche Werdegänge.
Die 6 zentralen Filter meistern: So grenzen Sie mehr als 100.000 Alumni auf Ihre idealen Kontakte ein
Das Dashboard von LinkedIn Alumni bietet sechs leistungsstarke Suchfilter. Einzeln sind sie hilfreich – kombiniert werden sie zu einem strategischen Networking-Instrument. Statt Tausende Alumni-Profile zu durchsuchen, können Sie einen riesigen Kontaktpool auf eine präzise Liste von Fachkräften eingrenzen, mit denen Sie tatsächlich in Kontakt treten möchten.
Ganz gleich, ob Sie eine neue Stelle, Brancheneinblicke, Mentoring oder Partnerschaften suchen: Mit diesen LinkedIn-Alumni-Filtern identifizieren Sie schnell die richtigen Personen.
Nachfolgend finden Sie die sechs zentralen Filter und erfahren, wie Sie sie wirkungsvoll einsetzen.
Filter 1 – Wo sie leben (Geografie)

Der Standortfilter zeigt, wo Alumni derzeit leben und arbeiten. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie einen Umzug planen oder in einer bestimmten Stadt ein starkes Netzwerk aufbauen möchten.
Wenn Sie beispielsweise in einen neuen Markt wechseln, können Ihnen dort tätige Alumni helfen, die lokale Branchenlandschaft zu verstehen.
Anwendungsfälle:
- Umzug in eine neue Stadt
- Aufbau lokaler beruflicher Kontakte
- Identifizierung regionaler Branchenzentren
Profi-Tipp:
Kombinieren Sie Standort- und Unternehmensfilter, um Alumni zu finden, die in einer Zielstadt bei bestimmten Unternehmen arbeiten.
Beispiel:
Suchen Sie nach Alumni, die in San Francisco in der Technologiebranche arbeiten, um ein relevantes lokales Netzwerk aufzubauen.
Filter 2 – Wo sie arbeiten (Unternehmen)

Der Unternehmensfilter zeigt, welche Unternehmen Alumni Ihrer Hochschule beschäftigen. Für Stellensuchende und Recruiter ist dies eine der nützlichsten Funktionen.
Sie sehen sofort, welche Unternehmen häufig Alumni Ihrer Bildungseinrichtung einstellen – und erhalten so Einblicke in potenzielle Recruiting-Pipelines.
Anwendungsfälle:
- Zielunternehmen für Bewerbungen identifizieren
- Unternehmen ermitteln, die Alumni Ihrer Bildungseinrichtung einstellen
- Interne Kontakte finden, die Empfehlungen aussprechen können
Profi-Tipp:
Achten Sie auf Häufungen von Alumni bei bestimmten Unternehmen. Eine hohe Konzentration deutet häufig auf aktive Recruiting-Pipelines hin.
Beispiel:
Filtern Sie nach Alumni, die bei Google, Microsoft oder Unternehmen auf Ihrer Zielliste arbeiten, und identifizieren Sie potenzielle Kontakte in diesen Unternehmen.
Filter 3 – Was sie tun (Tätigkeitsbereich)

Mit dem Tätigkeitsbereichsfilter können Sie untersuchen, welche Positionen Alumni derzeit innehaben. So erkennen Sie, wie sich die beruflichen Werdegänge von Alumni Ihrer Bildungseinrichtung entwickeln.
Sie können nach konkreten Stellenbezeichnungen oder umfassenderen Berufskategorien suchen.
Anwendungsfälle:
- Karrierewege erkunden
- Mentoren in Ihrem Fachgebiet identifizieren
- Berufliche Aufstiegspfade innerhalb einer Branche verstehen
Profi-Tipp:
Beginnen Sie mit einem breiten Begriff (z. B. „Marketing“ oder „Finanzwesen“) und grenzen Sie die Suche anschließend auf konkrete Stellenbezeichnungen wie „Growth Marketing Manager“ oder „Investment Analyst“ ein.
Beispiel:
Suchen Sie nach „Product Manager“, um Alumni zu finden, die bei unterschiedlichen Unternehmen vergleichbare Positionen innehaben.
Filter 4 – Was sie studiert haben (Studienfach oder Abschluss)

Der Bildungsfilter zeigt, was Alumni während ihrer Zeit an Ihrer Hochschule studiert haben. Damit können Sie untersuchen, welche beruflichen Wege Alumni verschiedener Studienfächer tatsächlich einschlagen.
Dies ist besonders wertvoll, wenn Sie einen Karrierewechsel erwägen oder die langfristigen Auswirkungen verschiedener akademischer Fachrichtungen verstehen möchten.
Anwendungsfälle:
- Berufliche Werdegänge nach bestimmten Studienfächern bewerten
- Kosten und beruflichen Nutzen eines Abschlusses vergleichen
- Mögliche Karrierewechsel prüfen
Profi-Tipp:
Vergleichen Sie mehrere akademische Fachrichtungen, um zu erkennen, wie unterschiedlich sich ihre beruflichen Wege entwickeln.
Beispiel:
Analysieren Sie branchen- und unternehmensübergreifend, wie sich die Karriere von Alumni der Ingenieurwissenschaften im Vergleich zu Alumni der Wirtschaftswissenschaften entwickelt hat.
Filter 5 – Welche Kompetenzen sie besitzen (Kenntnisse)

Der Kenntnisfilter hebt die häufigsten beruflichen Kompetenzen hervor, die Alumni in ihren Profilen angegeben haben. Diese Funktion hilft Ihnen zu verstehen, welche Kenntnisse in Ihrem Alumni-Netzwerk besonders relevant sind.
Außerdem können Sie damit gezielt Fachexperten identifizieren.
Anwendungsfälle:
- Kompetenzlücken im eigenen Profil erkennen
- Neue gefragte Kompetenzen in Ihrem Fachgebiet entdecken
- Spezialisten für eine Zusammenarbeit oder ein Mentoring finden
Profi-Tipp:
Achten Sie auf zunehmend gefragte technische Kenntnisse, um zu verstehen, in welche Richtung sich Branchen entwickeln.
Beispiel:
Filtern Sie nach AI, Machine Learning oder Python, um technische Experten in Ihrem Alumni-Netzwerk zu finden.
Filter 6 – Wie Sie verbunden sind (Kontaktgrade)

Der Kontaktfilter zeigt, wie eng Sie mit den einzelnen Alumni auf LinkedIn verbunden sind.
In der Regel sehen Sie:
- Kontakte 1. Grades (Personen, mit denen Sie bereits vernetzt sind)
- Kontakte 2. Grades (gemeinsame Kontakte)
- Kontakte 3. Grades (erweitertes Netzwerk)
Dieser Filter hilft Ihnen, Vorstellungen durch gemeinsame Kontakte gegenüber Kaltakquise zu priorisieren.
Anwendungsfälle:
- Gemeinsame Kontakte identifizieren
- Um eine Vorstellung durch gemeinsame Kontakte bitten
- Kontaktaufnahmen mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit priorisieren
Profi-Tipp:
Beginnen Sie mit Kontakten 1. und 2. Grades, da Anfragen an diese Personen gewöhnlich deutlich häufiger beantwortet werden.
Beispiel:
Prüfen Sie, welche Alumni in Ihrem direkten Netzwerk Sie jemandem bei Ihrem Zielunternehmen vorstellen könnten.
Warum die Kombination von Filtern so wirkungsvoll ist
Jeder einzelne Filter liefert nützliche Informationen. Kombiniert ermöglichen sie jedoch sehr zielgerichtete Suchen.
Zum Beispiel:
- Standort + Unternehmen + Stellenbezeichnung → Finden Sie Alumni, die in einer bestimmten Stadt bei Ihrem Wunschunternehmen arbeiten
- Kenntnisse + Branche + Tätigkeitsbereich → Identifizieren Sie Experten in einem Nischengebiet
- Abschluss + Unternehmen + Standort → Erkennen Sie, wo Alumni Ihres Studienfachs Karriere machen
Durch diese mehrstufige Filterung wird das LinkedIn-Alumni-Tool von einem einfachen Verzeichnis zu einem strategischen Networking-System. Damit können Sie genau die richtigen Personen in einem Netzwerk identifizieren, das Zehntausende oder sogar Hunderttausende Alumni umfassen kann.
Warum Alumni-Netzwerke wichtiger denn je sind: zentrale Trends und Erkenntnisse
Auf dem heutigen wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt hat sich das berufliche Networking grundlegend verändert. Kaltakquise und allgemeine Kontaktanfragen werden weniger wirksam, während gezieltes, beziehungsorientiertes Networking an Bedeutung gewinnt. Eine der wirkungsvollsten Formen dieses Ansatzes ist das Alumni-Netzwerk – ein bestehendes Netzwerk von Fachkräften mit einem gemeinsamen Bildungshintergrund.
Studien zeigen immer wieder, dass Empfehlungen zu den wirksamsten Wegen gehören, um Chancen zu erschließen. Rund 35 % der Stellen werden durch Empfehlungen besetzt. Anfragen, die auf gemeinsamen Erfahrungen wie dem Besuch derselben Hochschule beruhen, werden häufig deutlich öfter beantwortet als unaufgeforderte Nachrichten.
Dieser Wandel findet in großem Maßstab statt. Da mehr als die Hälfte der LinkedIn-Nutzer einen Hochschulabschluss besitzt (etwa 58 %), ist der Bildungshintergrund zu einem der stärksten Merkmale für die Identifizierung relevanter beruflicher Kontakte geworden. In der Praxis bedeutet dies, dass Alumni-basiertes Networking nicht nur bequem, sondern strategisch besonders wertvoll ist.
Nachfolgend finden Sie drei zentrale Gründe, weshalb Alumni-Netzwerke für die Karriereentwicklung heute unverzichtbar sind.
Der Vorteil einer Vorstellung durch gemeinsame Kontakte
Der größte Vorteil eines Alumni-Netzwerks ist das bereits vorhandene Vertrauen.
Wenn Sie jemanden kontaktieren, der dieselbe Hochschule besucht hat, wirkt der Austausch sofort persönlicher. Selbst wenn Ihre Abschlüsse Jahre auseinanderliegen, schafft die gemeinsame Einrichtung ein Gefühl von Nähe und Gemeinschaft.
Menschen reagieren tendenziell positiver auf Personen, die sie als Teil derselben Gruppe wahrnehmen. Eine Nachricht von einem „Mitabsolventen“ wirkt ganz anders als die eines völlig Fremden.
In der Praxis führt dies häufig zu höheren Annahmeraten bei Kontaktanfragen und höheren Antwortraten. Personalverantwortliche, Gründer und erfahrene Fachkräfte antworten deutlich eher auf Nachrichten von Personen, die dieselbe Bildungseinrichtung besucht haben.
Deshalb ist die Kontaktaufnahme zu Alumni häufig erfolgreicher als herkömmliche Kaltakquise ohne persönlichen Bezug.
Karriereeinblicke aus Alumni-Daten gewinnen
Ein weiterer großer Vorteil von Alumni-Netzwerken besteht darin, reale Karriereverläufe analysieren zu können.
Anstatt zu mutmaßen, wohin ein Abschluss führen könnte, können Sie tatsächliche berufliche Werdegänge von Alumni untersuchen. Wenn Sie beispielsweise Informatik studiert haben, können Sie herausfinden:
- Bei welchen Unternehmen Alumni häufig anfangen
- Welche Positionen sie nach dem Abschluss übernehmen
- Wie sich ihre Karriere im Laufe der Zeit entwickelt
Diese Daten machen das Alumni-Netzwerk zu einer Quelle für Karriereinformationen.
Studierende, Quereinsteiger und Fachkräfte, die ein weiterführendes Studium erwägen, können anhand dieser Informationen reale Ergebnisse bewerten, bevor sie mehrere Jahre und erhebliche finanzielle Mittel investieren.
Mit anderen Worten helfen Alumni-Netzwerke bei der Beantwortung einer wichtigen Frage:
„Zu welchen beruflichen Möglichkeiten führt dieser Abschluss tatsächlich?“
Alumni-Netzwerke als Mentoring-Pipelines
Neben Einstellungen und Empfehlungen dienen Alumni-Netzwerke auch als wertvolle Mentoring-Pipelines.
Mit Alumni-Suchtools können Sie erfahrene Fachkräfte identifizieren, die auf Ihrem angestrebten Karriereweg bereits mehrere Schritte weiter sind. Viele von ihnen helfen Mitabsolventen überraschend gern.
Entscheidend ist eine gezielte Kontaktaufnahme.
Stellen Sie keine allgemeinen Fragen, sondern wenden Sie sich mit einer konkreten Bitte an die Person, beispielsweise:
- Ein 15-minütiges Informationsgespräch
- Ratschläge zur Entwicklung einer bestimmten Kompetenz
- Einblicke in den Einstieg bei einem bestimmten Unternehmen oder in eine bestimmte Branche
Da Alumni bereits einen ähnlichen Weg zurückgelegt haben, sind ihre Hinweise gewöhnlich praxisnah und relevant.
Mit der Zeit können sich diese Kontakte zu langfristigen beruflichen Beziehungen entwickeln – und Ihr Alumni-Netzwerk zu einer der wertvollsten Ressourcen für Ihre berufliche Entwicklung machen.
7 wirkungsvolle Möglichkeiten, das LinkedIn-Alumni-Tool zu nutzen (je nach Karrierestufe)
Das LinkedIn-Alumni-Tool ist weit mehr als ein einfaches Alumni-Verzeichnis. Strategisch eingesetzt wird es zu einem wirkungsvollen Instrument für Stellensuche, Networking, Recruiting, Mentoring und Karriereplanung. Entscheidend ist, dass Sie wissen, wie Sie das Tool passend zu Ihrer jeweiligen Karrierestufe und Ihren Zielen einsetzen.
Nachfolgend finden Sie sieben praktische Möglichkeiten, wie Fachkräfte mit dem Alumni-Tool echte Chancen schaffen.
1. Stellensuchende – Vorstellungen durch gemeinsame Kontakte bei Zielunternehmen finden
Für Stellensuchende ist das LinkedIn-Alumni-Tool einer der schnellsten Wege, aus einer unpersönlichen Bewerbung einen persönlichen Gesprächseinstieg bei einem Zielunternehmen zu machen.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen:
- Suchen Sie mit den Alumni-Filtern nach Ihrem Zielunternehmen.
- Grenzen Sie die Ergebnisse nach Abteilung oder Position ein (beispielsweise „Marketing“, „Ingenieurwesen“ oder „Produktmanagement“).
- Identifizieren Sie Alumni, die derzeit dort arbeiten.
- Senden Sie eine personalisierte Kontaktanfrage, in der Sie auf Ihre gemeinsame Bildungseinrichtung Bezug nehmen.
Beispielnachricht:
„Hallo [Name], mir ist aufgefallen, dass wir beide unseren Abschluss an der [Bildungseinrichtung] erworben haben. Derzeit informiere ich mich über Möglichkeiten im Produktmanagement bei [Unternehmen] und würde gern mehr über Ihre Erfahrungen dort erfahren. Falls Sie Zeit haben, würde ich mich sehr über ein kurzes 15-minütiges Gespräch freuen.“
Profi-Tipp:
Beginnen Sie mit Alumni, deren Abschluss höchstens 5–10 Jahre zurückliegt. Die gemeinsamen Erfahrungen sind gewöhnlich stärker, was die Antwortraten erhöht.
2. Quereinsteiger – Prüfen Sie mögliche Wege für Ihren Berufswechsel
Wenn Sie einen Karrierewechsel erwägen, kann das Alumni-Tool Ihnen helfen, eine entscheidende Frage zu beantworten:
„Hat jemand mit meinem Hintergrund diesen Wechsel bereits erfolgreich vollzogen?“
Verwenden Sie die Filter „What they studied“ und „What they do“.
Beispielszenario:
Sie haben Betriebswirtschaftslehre studiert, möchten aber in den Bereich Data Science wechseln.
Schritte:
- Filtern Sie nach Alumni, die Betriebswirtschaftslehre oder ein ähnliches Fach studiert haben.
- Filtern Sie anschließend nach Stellenbezeichnung: Data Scientist oder Data Analyst.
- Prüfen Sie deren Karrierewege.
Wenn mehrere Alumni denselben Wechsel vollzogen haben, zeigt dies, dass der Weg realistisch ist.
Nächster Schritt:
Kontaktieren Sie 2–3 Alumni, die den Wechsel erfolgreich vollzogen haben, und fragen Sie nach:
- den Kenntnissen, die sie erworben haben
- den Zertifizierungen oder Abschlüssen, die sie angestrebt haben
- der ersten Stelle, die sie im neuen Fachgebiet erhalten haben
Diese Erkenntnisse können Ihnen jahrelange Umwege ersparen.
3. Recruiter – Eine gezielte Talent-Pipeline aufbauen
Recruiter können mit dem Alumni-Tool hochwertige Kandidaten-Pipelines mit Kandidaten aufbauen, die fachlich und kulturell gut zum Unternehmen passen.
Statt wahllos zu suchen, können Recruiter mit den Filtern Kandidaten identifizieren, die genau dem benötigten Profil entsprechen.
Beispielszenario:
Sie stellen Softwareentwickler in Austin ein.
Verwenden Sie Filter wie:
- Standort: Austin
- Stellenbezeichnung: Engineer
- Unternehmen: Wettbewerber
Dieser Ansatz zeigt Fachkräfte, die:
- bereits in der Branche arbeiten
- relevante Erfahrung besitzen
- dieselben Bildungseinrichtungen besucht haben wie andere Beschäftigte des Unternehmens
Profi-Tipp:
Gleichen Sie die Ergebnisse mit den Hochschul-Recruiting-Partnerschaften Ihres Unternehmens ab. Bildungseinrichtungen, aus denen bereits erfolgreich eingestellte Beschäftigte hervorgegangen sind, werden häufig zu langfristigen Talent-Pipelines.
4. Umziehende Fachkräfte – Vor dem Umzug ein lokales Netzwerk aufbauen
Der Umzug in eine neue Stadt kann ohne bestehendes berufliches Netzwerk schwierig sein.
Das Alumni-Tool hilft Ihnen, Kontakte aufzubauen, bevor Sie überhaupt ankommen.
So gehen Sie vor:
- Wählen Sie Ihre künftige Stadt mit dem Filter „Where they live“ aus.
- Identifizieren Sie Alumni, die in ähnlichen Branchen wie Sie arbeiten.
- Senden Sie Kontaktanfragen, in denen Sie Ihren bevorstehenden Umzug erläutern.
Zweck dieser Gespräche:
- Mehr über den lokalen Arbeitsmarkt erfahren
- Lebenshaltungskosten und Gehaltserwartungen verstehen
- Branchenveranstaltungen zum Networking und berufliche Netzwerke entdecken
Bester Zeitrahmen:
Beginnen Sie 3–6 Monate vor Ihrem Umzug mit dem Aufbau von Beziehungen.
Diese Vorbereitung führt häufig bereits vor dem Umzug zu Stellenhinweisen oder Vorstellungen durch gemeinsame Kontakte.
5. Mentees – Mentoren im gewünschten Fachgebiet finden
Eine weitere wirkungsvolle Anwendung des Alumni-Tools ist die Suche nach Mentoren, die Ihre angestrebten Karriereziele bereits erreicht haben.
Schritte:
- Filtern Sie nach der angestrebten Stellenbezeichnung (beispielsweise Product Director, VP Marketing).
- Suchen Sie nach Alumni mit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung.
- Priorisieren Sie leitende Positionen wie Director, VP oder Mitglieder der C-Suite.
Bitten Sie bei der Kontaktaufnahme nicht um eine Stelle. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Karrieretipps.
Beispielnachricht:
„Hallo [Name], mir ist aufgefallen, dass wir beide die [Bildungseinrichtung] besucht haben. Ihr Weg von der [Bildungseinrichtung] zu [Unternehmen] beeindruckt mich sehr. Derzeit arbeite ich auf eine Karriere im Bereich [Fachgebiet] hin und würde mich über Ihren Rat freuen, auf welche Kompetenzen ich mich konzentrieren sollte, um mich auf eine Position wie [Zielposition] zuzubewegen.“
Viele erfahrene Fachkräfte sind überraschend offen dafür, Mitabsolventen zu helfen.
6. Alumni-Gruppen und Community-Manager – Alumni in großem Maßstab einbinden
Hochschulen, Alumni-Verbände und Community-Manager können Erkenntnisse aus dem LinkedIn-Alumni-Tool nutzen, um Alumni gezielter einzubinden.
Statt Alumni als eine einzige Gruppe zu behandeln, können Sie Ihr Alumni-Netzwerk anhand der Daten wirkungsvoller segmentieren.
Zum Beispiel:
- Alumni in Technologiebranchen
- Alumni in bestimmten Städten
- Alumni in Finanzwesen, Beratung, Gesundheitswesen usw.
Diese Erkenntnisse ermöglichen gezielte Initiativen wie:
- Branchenspezifische Networking-Veranstaltungen
- Programme zur Vermittlung von Mentoren
- Stellenanzeigen für bestimmte Karrierewege
Strategischer Ansatz:
Identifizieren Sie anhand der Alumni-Daten die größten beruflichen Cluster und entwickeln Sie anschließend Programme für diese Gruppen.
Dies steigert die Beteiligung und macht die Angebote für Alumni wesentlich relevanter.
7. Masterstudierende und berufliche Neuorientierung – Branchenwege untersuchen
Studierenden und Fachkräften, die ein weiterführendes Studium erwägen, liefert das Alumni-Tool wertvolle Daten zu beruflichen Werdegängen.
Statt sich auf Marketingmaterialien von Hochschulen zu verlassen, können Sie reale Ergebnisse untersuchen.
Beispielanwendung:
Sie entscheiden, ob Sie einen Masterabschluss oder MBA anstreben sollen.
Mit den Alumni-Filtern können Sie analysieren:
- In welche Positionen Alumni wechseln
- Welche Unternehmen sie einstellen
- Wie sich ihre Karriere im Laufe der Zeit entwickelt
Fragen, die das Tool beantworten kann:
- Streben die meisten Ingenieure letztlich einen MBA an?
- Ist ein MBA erforderlich, um Marketingpositionen auf VP-Ebene zu erreichen?
- Welcher Anteil der Alumni eines bestimmten Studiengangs arbeitet später in einer bestimmten Branche?
Diese Art von Recherche macht das Alumni-Netzwerk zu einer Datenbank für Karriereinformationen.
Statt zu raten, können Sie wichtige Karriereentscheidungen auf tatsächliche berufliche Werdegänge von Alumni stützen.
So suchen Sie wie ein Profi: fortgeschrittene Filtermethoden für optimale Ergebnisse
Die eigentliche Stärke des LinkedIn-Alumni-Tools liegt nicht nur in den Filtern selbst, sondern darin, wie Sie diese strategisch kombinieren. Mit dem richtigen Ansatz für Filterung und erweiterte Suche können Sie Tausende Alumni-Profile auf eine kleine, hochrelevante Liste von Personen reduzieren, mit denen sich eine Vernetzung lohnt.
Nachfolgend finden Sie sechs praktische Strategien, mit denen Fachkräfte Alumni-Suchen optimieren und mit weniger Aufwand bessere Ergebnisse erzielen.
Strategie 1 – Konkret beginnen und anschließend erweitern
Ein häufiger Fehler bei der Alumni-Suche besteht darin, zu breit zu beginnen. Dies liefert oft Zehntausende Ergebnisse, wodurch relevante Kontakte schwer zu erkennen sind.
Beginnen Sie stattdessen mit sehr konkreten Filtern und lockern Sie diese bei Bedarf schrittweise.

Zum Beispiel:
- Standort: Austin
- Stellenbezeichnung: Product Manager
- Abschlusszeitraum: Letzte 5 Jahre
Dies könnte nur 10–15 Ergebnisse liefern, was für gezieltes Networking ideal ist.
Wenn die Suche zu eng wird, können Sie sie schrittweise erweitern, indem Sie:
- den Filter für das Abschlussjahr entfernen
- den Standort von Austin → Texas erweitern
- Stellenbezeichnungen von Product Manager → Product verallgemeinern
So vermeiden Sie die Überforderung, die beim Durchsuchen von mehr als 50.000 irrelevanten Profilen entsteht.
Strategie 2 – Die Kombination „Unternehmen + Tätigkeitsbereich“
Eine der wirkungsvollsten Methoden der erweiterten Suche ist die Kombination von Unternehmens- und Tätigkeitsbereichsfiltern.
Damit identifizieren Sie Fachkräfte, die in einer bestimmten Position innerhalb eines bestimmten Unternehmens arbeiten.
Beispiel:
- Unternehmen: Google
- Tätigkeitsbereich: Product Management
Das Ergebnis ist eine gezielte Liste von Alumni, die bereits genau in dem Umfeld arbeiten, das Sie interessiert.
Zu den Vorteilen dieser Strategie gehören:
- Hochrelevante Kontakte
- Bessere Gesprächseinstiege
- Höhere Antwortraten bei der Kontaktaufnahme
Statt Dutzende wahllose Nachrichten zu senden, können Sie sich auf eine kleine Gruppe vorqualifizierter Kontakte konzentrieren.
Strategie 3 – Alumni auf einer vergleichbaren Karrierestufe identifizieren
Networking funktioniert gewöhnlich am besten, wenn sich die Beteiligten auf einer ähnlichen Karrierestufe befinden.
Eine wirkungsvolle Methode besteht darin, Alumni nach Abschlussjahr zu filtern und so eine Gruppe von Alumni auf einer vergleichbaren Karrierestufe zu identifizieren.
Personen, die ihren Abschluss 5–10 Jahre vor Ihnen erworben haben, sind häufig besonders wertvolle Kontakte, weil:
- sie vor Kurzem ähnliche Karriereentscheidungen getroffen haben
- sie sich an die Herausforderungen erinnern, denen Sie zu Beginn Ihrer Karriere begegnen
- sie zugänglicher sind als hochrangige Führungskräfte
Erstellen Sie eine kleine Liste mit 5–10 Alumni, deren bisheriger Karriereweg Ihrem angestrebten Weg ähnelt.
Beobachten Sie ihre berufliche Entwicklung, interagieren Sie mit ihren Inhalten und wenden Sie sich gelegentlich mit fundierten Fragen an sie.
Mit der Zeit können daraus wertvolle Mentoring-Beziehungen entstehen.
Strategie 4 – Kompetenzlückenanalyse
Eine weitere fortgeschrittene Anwendung des Alumni-Tools ist die Analyse beruflicher Kompetenzen.
Indem Sie Alumni nach Kenntnissen filtern, können Sie feststellen, welche Kompetenzen bei Fachkräften in Ihren angestrebten Positionen am häufigsten vorkommen.

Wenn Sie beispielsweise in den Bereich AI oder Machine Learning wechseln möchten, suchen Sie nach Alumni-Profilen mit Kenntnissen wie:
- Machine Learning
- Python
- Artificial Intelligence
- Data Analysis
Muster werden schnell sichtbar. Wenn bestimmte Kenntnisse bei Alumni in gewünschten Positionen wiederholt vorkommen, ist dies ein starkes Zeichen dafür, welche Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.
Nutzen Sie diese Daten, um Ihr eigenes Lernen und Ihre berufliche Entwicklung zu priorisieren.
Strategie 5 – Die Vorbereitung auf einen Umzug
Wenn Sie in eine neue Stadt ziehen möchten, können Sie mithilfe der Alumni-Suche bereits vor Ihrer Ankunft ein künftiges berufliches Netzwerk aufbauen.
Ein sinnvoller Ansatz besteht darin, etwa sechs Monate vor dem Umzug mit den Vorbereitungen zu beginnen.
Schritte:
- Filtern Sie Alumni nach Zielstadt und Zielbranche.
- Erstellen Sie eine Liste mit 20–30 Fachkräften, die in Ihrem Bereich arbeiten.
- Beginnen Sie, mit ihren Inhalten auf LinkedIn zu interagieren.
Likes, fundierte Kommentare und relevante geteilte Inhalte sorgen dafür, dass Ihr Name bereits bekannt ist.
Wenn Sie umziehen, verfügen Sie am neuen Standort bereits über Kontakte mit persönlichem Bezug.
Strategie 6 – Branchentrends erkennen

Das Alumni-Tool liefert außerdem wertvolle Informationen über den Arbeitsmarkt und berufliche Entwicklungen.
Indem Sie beobachten, wo Alumni arbeiten und wie sie zwischen Unternehmen wechseln, können Sie umfassendere Branchenmuster erkennen.
Beispielsweise könnten Sie feststellen:
- Viele Alumni wechseln von Unternehmen A zu Unternehmen B
- Immer mehr Alumni steigen in eine neue Branche ein
- Bestimmte Unternehmen stellen besonders viele Alumni Ihrer Hochschule ein
Diese Trends können neue Chancen aufzeigen und Unternehmen hervorheben, die eine genauere Betrachtung verdienen.
Wenn Dutzende Alumni zu einem bestimmten Unternehmen oder in eine bestimmte Branche wechseln, deutet dies häufig darauf hin, dass das Unternehmen wächst oder stark in Talente investiert.
Diese Erkenntnisse können Ihnen helfen, Ihre eigene Karrierestrategie und Stellensuche fundierter auszurichten.
LinkedIn-Alumni-Gruppen im Vergleich zum Alumni-Tool: Wann Sie was verwenden sollten (und wie Sie eine Gruppe aufbauen)
Viele Fachkräfte entdecken das LinkedIn-Alumni-Tool, übersehen jedoch eine weitere wertvolle Networking-Ressource: LinkedIn-Alumni-Gruppen. Beide Funktionen helfen Ihnen, Kontakte zu Alumni Ihrer Bildungseinrichtung aufzubauen, erfüllen jedoch ganz unterschiedliche Zwecke.
Wenn Sie verstehen, wann Sie welche Funktion einsetzen sollten – und wie sie sich ergänzen –, können Sie Ihre Strategie für das berufliche Networking erheblich verbessern.
Alumni-Tool und Alumni-Gruppen – Die wichtigsten Unterschiede
| Funktion | Alumni-Tool | Alumni-Gruppen |
|---|---|---|
| Zweck | Alumni-Profile suchen und filtern | Austausch und Beteiligung in der Gruppe |
| Am besten geeignet für | Stellensuche, gezieltes Networking | Mentoring, Stellenanzeigen, Veranstaltungen |
| Art der Interaktion | Profile ansehen und Kontaktanfragen senden | Direkter Austausch und Diskussionen |
| Datenfokus | Karriereeinblicke und Alumni-Trends | Ratschläge, Fragen und Diskussionen der Mitglieder |
| Wer sie erstellt | Wird automatisch von LinkedIn erstellt | Einrichtungen oder Alumni-Mitglieder |
| Mitgliedschaft | Offen, wenn Sie die Einrichtung besucht haben | Beitritt erforderlich; möglicherweise privat oder moderiert |
Einfach ausgedrückt: Das Alumni-Tool hilft Ihnen, Personen zu finden, während LinkedIn-Alumni-Gruppen Ihnen helfen, Beziehungen zu ihnen aufzubauen.
Die beiden Funktionen wirken am besten, wenn Sie sie gemeinsam einsetzen.
Sie könnten beispielsweise mit dem Alumni-Tool potenzielle Kontakte identifizieren und anschließend mit denselben Fachkräften über Diskussionen und Gruppenaktivitäten in Alumni-Gruppen interagieren.
So finden Sie Alumni-Gruppen und treten ihnen bei
LinkedIn-Alumni-Gruppen zu finden, ist relativ einfach. Dennoch suchen viele Fachkräfte nie danach.
Gehen Sie zunächst wie folgt vor:
- Suchen Sie im Bereich „Groups“ von LinkedIn nach „[Name der Bildungseinrichtung] Alumni“.

- Rufen Sie die offizielle LinkedIn-Seite Ihrer Hochschule auf, die häufig auf die zentrale Alumni-Gruppe verweist.
- Erkunden Sie sowohl offizielle als auch inoffizielle Gruppen.
Viele Bildungseinrichtungen haben mehrere Alumni-Gruppen, darunter:
- Hochschulweite Alumni-Gruppen
- Fachbereichsspezifische Gruppen (z. B. Alumni der Ingenieurwissenschaften)
- Programmgruppen (MBA, Masterstudiengänge)
- Kohortenbezogene Gruppen (z. B. Abschlussjahrgang 2020)
- Regionale Gruppen (Alumni in New York, Alumni in Singapur)
Treten Sie allen für Ihre Ziele relevanten Gruppen bei, insbesondere solchen, die sich auf Ihr Fachgebiet oder Ihren Standort beziehen.
Wie Alumni-Gruppen echten Mehrwert schaffen
Aktive Alumni-Gruppen können erhebliche berufliche Vorteile bieten.
Stellenanzeigen
Alumni teilen häufig Stellenangebote aus ihren beruflichen Netzwerken. Diese Ausschreibungen sind oft weniger umkämpft als öffentliche Stellenanzeigen, da sie in kleineren Gruppen verbreitet werden.
Vermittlung von Mentoren
Viele Alumni-Gruppen bringen auf natürliche Weise jüngere und erfahrenere Alumni zusammen. Erfahrene Fachkräfte helfen Mitabsolventen häufig gern bei frühen Karriereentscheidungen.
Veranstaltungskoordination
Gruppen organisieren häufig:
- Virtuelle Networking-Veranstaltungen
- Alumni-Treffen
- Branchenwebinare
- Karrierepanels
Diese Veranstaltungen bieten Möglichkeiten, Ihr berufliches Netzwerk in einem strukturierten Rahmen zu erweitern.
Brancheneinblicke

Diskussionen in Alumni-Gruppen behandeln häufig Themen wie:
- Markttrends
- Karrierewechsel
- Neue Technologien
- Veränderungen im Einstellungsverhalten der Branche
So erhalten Sie wertvolle aktuelle Perspektiven von Fachkräften, die in diesem Bereich arbeiten.
Unterstützung durch Gleichgesinnte
Alumni-Gruppen können auch in schwierigen Karrierephasen hilfreich sein, darunter:
- Entlassungen
- Gehaltsverhandlungen
- Berufliche Neuorientierungen
Mitglieder teilen häufig Ratschläge und Ressourcen, die anderen bei diesen Veränderungen helfen.
Bewährte Methoden für die Interaktion in Alumni-Gruppen
Um den größten Nutzen aus LinkedIn-Alumni-Gruppen zu ziehen, sollten Sie zunächst etwas beitragen, bevor Sie um Hilfe bitten.
Zu den wirksamen Methoden für die Interaktion gehören:
- Teilen Sie Karrieremeilensteine, etwa Beförderungen oder neue Positionen.
- Veröffentlichen Sie Stellenangebote aus Ihrem Unternehmen oder Netzwerk.
- Stellen Sie konkrete Fragen, statt allgemein um Rat zu bitten.
- Antworten Sie auf Beiträge anderer Mitglieder, bevor Sie selbst um Unterstützung bitten.
- Bedanken Sie sich bei Personen, die Ihnen helfen, und informieren Sie sie über die Ergebnisse.
Aktive Beteiligung schafft Glaubwürdigkeit und erhöht die Bereitschaft anderer, Sie zu unterstützen.
Für Verantwortliche von Einrichtungen: So schaffen Sie eine lebendige Alumni-Gruppe
Hochschulen und Alumni-Verbände können LinkedIn-Gruppen ebenfalls nutzen, um die langfristige Beteiligung im Alumni-Netzwerk zu stärken.
Einrichtung
Erstellen Sie eine offizielle Alumni-Gruppe und laden Sie Studierende vor dem Verlassen des Campus zum Beitritt ein.
So wächst die Gruppe mit jedem neuen Abschlussjahrgang kontinuierlich.
Moderation
Legen Sie klare Gruppenrichtlinien fest, um respektvolle und produktive Diskussionen zu gewährleisten.
Ernennen Sie Moderatoren, die zur Beteiligung anregen und Diskussionen moderieren können.
Inhaltsstrategie
Erfolgreiche Alumni-Gruppen veröffentlichen regelmäßig Inhalte wie:
- Erfolgsgeschichten von Alumni
- Unternehmensneuigkeiten von Alumni
- Brancheneinblicke
- Karriereressourcen
Regelmäßige Inhalte fördern die Beteiligung der Mitglieder.
Programme zur Förderung der Beteiligung
Einrichtungen können außerdem Aktivitäten organisieren wie:
- Monatliche Alumni-Webinare
- Virtuelle Jobmessen
- Programme zur Vermittlung von Mentoren
- Branchenpanels
Diese Initiativen machen die Gruppe zu einer aktiven Karriereressource.
Untergruppen für eine bessere Zielgruppenausrichtung
Große Alumni-Gruppen profitieren von strukturierten Untergruppen.
Beispiele:
- Alumni in Boston
- Alumni der Technologiebranche
- MBA-Abschlussjahrgang 2020
LinkedIn ermöglicht Einrichtungen die Erstellung von bis zu 20 Untergruppen, wodurch Mitglieder leichter nach Standort, Branche oder Abschlusskohorte organisiert werden können.
So funktioniert das LinkedIn-Alumni-Tool: Die Technologie hinter Ihrem Netzwerk
Das LinkedIn-Alumni-Tool wirkt auf den ersten Blick einfach. Hinter dem Dashboard arbeitet jedoch ein anspruchsvolles System, das Millionen beruflicher Profile in einem durchsuchbaren Alumni-Netzwerk organisiert. Wenn Sie verstehen, wie es funktioniert, können Sie das Tool strategischer einsetzen und seine Erkenntnisse richtig interpretieren.
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der zentralen Funktionen, die die Alumni-Suche ermöglichen.
Datenerfassung
Die Grundlage des LinkedIn-Alumni-Tools bilden die Bildungsdaten, die Nutzer in ihren Profilen angeben.
Wenn Sie im Bereich „Education“ Ihres LinkedIn-Profils eine Bildungseinrichtung eintragen, speichert LinkedIn strukturierte Daten wie:
- Name der Bildungseinrichtung
- Abschluss oder Studiengang
- Studienfach
- Abschlussjahr
Anschließend gleicht LinkedIn Profile ab, in denen dieselbe Bildungseinrichtung angegeben ist, und fasst sie in einer gemeinsamen Alumni-Datenbank zusammen. So kann die Plattform Alumni-Netzwerke von mehr als 23.000 Bildungseinrichtungen weltweit erfassen.
Das System ist dynamisch und wird fortlaufend aktualisiert. Jedes Mal, wenn ein LinkedIn-Mitglied sein Profil bearbeitet – etwa eine neue Stelle, Kenntnis oder einen neuen Standort hinzufügt –, wird die Alumni-Datenbank automatisch aktualisiert. Daher spiegeln die Erkenntnisse im Alumni-Dashboard aktuelle berufliche Daten und keine statischen Datensätze wider.
Der Filteralgorithmus
Im Kern basiert das Alumni-Tool auf einem Filtermechanismus, der Teil der umfassenderen Suchinfrastruktur von LinkedIn ist.
Wenn Sie die Alumni-Seite Ihrer Bildungseinrichtung öffnen, ermittelt LinkedIn zunächst den gesamten Mitgliederpool, der diese Einrichtung angegeben hat. Dieser bildet den Ausgangsbestand für die Alumni-Suche.
Wenn Sie Filter anwenden wie:
- Standort
- Unternehmen
- Stellenbezeichnung oder Tätigkeitsbereich
- Kenntnisse
- Studienfach
kombiniert das System diese Filter dynamisch und berechnet die Ergebnisse sofort neu.
Eine Suche könnte beispielsweise mit 120.000 Alumni einer bestimmten Hochschule beginnen. Nach Anwendung von Filtern wie „San Francisco + Product Manager + Technologiebranche“ könnte das System die Liste auf nur wenige Hundert hochrelevante Profile eingrenzen.
Die Benutzeroberfläche zeigt sowohl die Gesamtzahl der Alumni als auch die gefilterte Teilmenge deutlich an. Dadurch bleibt der Filtervorgang transparent und leicht verständlich.
Analyse-Dashboard
Neben der Profilsuche bietet das Alumni-Tool ein Analyse-Dashboard, das aggregierte Karrieredaten visualisiert.
Sie sehen Diagramme zu folgenden Aspekten:
- Führende Unternehmen, die Alumni beschäftigen
- Branchen, in denen Alumni arbeiten
- Städte und Regionen mit der höchsten Alumni-Konzentration
- Häufige Tätigkeitsbereiche
Wichtig ist, dass es sich bei diesen Erkenntnissen um aggregierte Statistiken handelt. Die Plattform legt also keine privaten Informationen offen, die über die von den Personen bereits öffentlich in ihren Profilen angezeigten Angaben hinausgehen.
So bleibt das Dashboard datenschutzgerecht und bietet dennoch nützliche Karriereeinblicke.
Integration in die LinkedIn-Suche
Technisch ist das Alumni-Tool eine spezialisierte Benutzeroberfläche, die auf dem umfassenderen Suchsystem von LinkedIn aufbaut.
Daher lassen sich viele Alumni-Suchen bei Bedarf auch mit der erweiterten Suche von LinkedIn nachbilden.
Wenn das Alumni-Dashboard beispielsweise nicht verfügbar ist, können Sie Alumni weiterhin wie folgt finden:
- Öffnen Sie eine Unternehmensseite.
- Klicken Sie auf „People“.
- Wenden Sie Filter wie „School“, Standort oder Stellenbezeichnung an.
Mit der Option „All Filters“ in der LinkedIn-Suche können Sie außerdem den Namen einer Hochschule angeben, um Alumni bei bestimmten Unternehmen zu identifizieren.
Diese Integration sorgt dafür, dass Sie selbst außerhalb der speziellen Alumni-Oberfläche mit den umfassenderen Daten- und Suchfunktionen von LinkedIn relevante Alumni-Kontakte finden können.
10 Fehler beim Alumni-Networking, die Ihre Antwortrate beeinträchtigen (und wie Sie sie beheben)
Alumni-Networking kann die Ergebnisse Ihrer Kontaktaufnahme erheblich verbessern – allerdings nur, wenn es richtig erfolgt. Viele Fachkräfte machen unbewusst Fehler, die Antwortraten senken und potenzielle Beziehungen schwächen. Nachfolgend finden Sie 10 häufige Fehler beim Alumni-Networking sowie praktische Lösungen zur Verbesserung Ihres Ansatzes.
1. Allgemeine Kontaktanfragen senden
Warum es nicht funktioniert:
Nachrichten wie „Ebenfalls Absolvent der [Bildungseinrichtung] – lassen Sie uns vernetzen!“ wirken automatisiert und unpersönlich. Der Empfänger weiß, dass dieselbe Nachricht an Tausende Personen gesendet werden könnte.
Lösung:
Ergänzen Sie Kontext und Personalisierung.
Beispiel:
„Hallo [Name], mir ist aufgefallen, dass Sie bei [Unternehmen] als [Position] arbeiten. Ich habe 2015 meinen Abschluss an der [Bildungseinrichtung] erworben und informiere mich derzeit über ähnliche Möglichkeiten. Wären Sie für ein kurzes 15-minütiges Gespräch offen?“
Auswirkung:
Eine allgemeine Ansprache erzielt möglicherweise eine Antwortrate von etwa 10 %, während personalisierte Nachrichten 40 % oder mehr erreichen können.
2. Nur Kontakt aufnehmen, wenn Sie etwas benötigen
Warum es nicht funktioniert:
Wenn die erste Interaktion aus einer Bitte besteht, wirkt sie rein zweckorientiert.
Lösung:
Interagieren Sie mit Alumni, bevor Sie sie kontaktieren.
Mögliche Maßnahmen:
- Geben Sie ihren LinkedIn-Beiträgen Likes
- Hinterlassen Sie fundierte Kommentare
- Teilen Sie ihre Beiträge oder reagieren Sie mit einem fundierten Kommentar darauf
Sorgen Sie über 2–3 Wochen dafür, dass Ihr Name bekannt wird, bevor Sie eine Bitte äußern.
3. Direkt nach einer Stelle fragen
Warum es nicht funktioniert:
Wenn Sie sofort um eine Stelle bitten, bringen Sie die andere Person in eine unangenehme Lage.
Lösung:
Bitten Sie stattdessen um Ratschläge oder Einblicke.
Beispielfragen:
- „Wie ist Ihnen der Einstieg in diese Position gelungen?“
- „Auf welche Kompetenzen würden Sie sich konzentrieren, wenn Sie heute beginnen würden?“
Gute Gespräche führen häufig auf natürliche Weise zu Empfehlungen, ohne das Thema zu erzwingen.
4. Alumni aus der eigenen Kohorte ignorieren
Warum es nicht funktioniert:
Viele Menschen nehmen an, dass erfahrene Alumni die wertvollsten Kontakte seien. Personen auf einer ähnlichen Karrierestufe antworten jedoch häufig eher.
Lösung:
Beginnen Sie mit Alumni, die ihren Abschluss 2–5 Jahre vor Ihnen erworben haben.
Zu den Vorteilen gehören:
- Ähnliche Erfahrungen beim Berufseinstieg
- Ähnliche Karrierestufen
- Größere Hilfsbereitschaft
Diese Kontakte lassen sich häufig am einfachsten aufbauen.
5. Kein Follow-up senden
Warum es nicht funktioniert:
Berufliche Kontakte verlaufen ohne Follow-up schnell im Sande.
Lösung:
Senden Sie nach einem Gespräch innerhalb von 24 Stunden eine Dankesnachricht.
Pflegen Sie die Beziehung anschließend, indem Sie:
- über Ihre Fortschritte berichten
- sich alle 3–6 Monate melden
Kalendererinnerungen können Ihnen helfen, diese Kontakte zu pflegen.
6. Identische Nachrichten an Dutzende Alumni senden
Warum es nicht funktioniert:
Massenansprachen sind leicht zu erkennen und werden gewöhnlich ignoriert.
Lösung:
Setzen Sie auf Qualität statt Quantität.
Statt 50 Personen anzuschreiben, identifizieren Sie die 10 relevantesten Alumni und personalisieren Sie jede Nachricht.
Fragen Sie sich vor der Kontaktaufnahme:
- Habe ich das Profil gelesen?
- Weiß ich, wo die Person arbeitet?
- Kann ich auf etwas Konkretes Bezug nehmen?
7. Sich nicht auf das Gespräch vorbereiten
Warum es nicht funktioniert:
Unvorbereitete Gespräche verschwenden die Zeit der anderen Person und verringern die Wahrscheinlichkeit künftiger Unterstützung.
Lösung:
Bereiten Sie vor dem Gespräch 3–5 konkrete Fragen vor.
Beispiele:
- „Welche Kompetenzen haben Ihnen beim Wechsel in diese Position geholfen?“
- „Was sollte jemand wissen, bevor er in diese Branche einsteigt?“
Schon fünf Minuten für die Durchsicht des Profils zeigen Professionalität und Respekt.
8. Alumni außerhalb des Zielbereichs ignorieren
Warum es nicht funktioniert:
Wenn Sie Ihre Kontaktaufnahme auf eine einzige Branche beschränken, reduzieren Sie die potenziellen Chancen.
Lösung:
Vernetzen Sie sich mit Alumni aus angrenzenden Fachgebieten.
Diese Kontakte können Folgendes aufzeigen:
- Übertragbare Kompetenzen
- Aufstrebende Branchen
- Unerwartete Karrierewege
Branchenübergreifende Einblicke führen häufig zu überraschenden Chancen.
9. Alumni-Daten nicht für Karriereentscheidungen nutzen
Warum es nicht funktioniert:
Viele Fachkräfte ignorieren die Erkenntnisse aus den Daten, die Alumni-Netzwerke bieten.
Lösung:
Untersuchen Sie anhand von Alumni-Daten berufliche Werdegänge, bevor Sie sich auf einen Weg festlegen.
Zum Beispiel:
- In welchen Berufen arbeiten Alumni der Anglistik gewöhnlich?
- Welche Unternehmen stellen Alumni Ihres Studiengangs ein?
Diese Recherche hilft Ihnen, datengestützte Karriereentscheidungen zu treffen.
10. Aufgeben, wenn das Tool nicht funktioniert
Warum es nicht funktioniert:
Gelegentlich treten beim Alumni-Tool technische Störungen auf, weshalb Nutzer annehmen, die Funktion sei nicht verfügbar.
Lösung:
Verwenden Sie die erweiterte Suche von LinkedIn als Ausweichlösung.
Schritte:
- Rufen Sie die LinkedIn-Suche auf.
- Wählen Sie „All Filters“ aus.
- Geben Sie den Namen Ihrer Bildungseinrichtung in das Feld „School“ ein.
- Fügen Sie Filter wie Unternehmen, Standort oder Stellenbezeichnung hinzu.
- Zeigen Sie die Ergebnisse an.
Damit erhalten Sie über die allgemeine LinkedIn-Suche vergleichbare Ergebnisse.
Wann Sie das Alumni-Tool verwenden sollten: strategisches Timing für optimale Ergebnisse
Das LinkedIn-Alumni-Tool entfaltet seine größte Wirkung, wenn Sie es proaktiv einsetzen. Viele Fachkräfte öffnen es erst, wenn sie dringend eine Stelle oder Empfehlung benötigen. Dann ist es häufig zu spät, um tragfähige Beziehungen aufzubauen. Die beste Strategie besteht darin, das Tool an wichtigen Punkten Ihrer Karriere zu verwenden, sodass Sie bereits tragfähige Beziehungen in Ihrem beruflichen Netzwerk aufgebaut haben, wenn sich Chancen ergeben.
Nachfolgend erfahren Sie, wann Sie das Alumni-Tool am wirkungsvollsten einsetzen und wie Sie in der jeweiligen Situation vorgehen.
Bevor Sie etwas benötigen (3–6 Monate im Voraus)
Das wirkungsvollste Networking findet statt, bevor Sie tatsächlich Hilfe benötigen.
Warten Sie nicht bis zum Beginn einer Stellensuche, sondern bauen Sie drei bis sechs Monate im Voraus Beziehungen auf.
Mögliche Maßnahmen:
- Erstellen Sie eine Liste für Ihr „zukünftiges Netzwerk“ mit Alumni, die bei Unternehmen oder in Positionen arbeiten, die für Sie beruflich relevant sind.
- Folgen Sie ihnen und ihren Beiträgen.
- Interagieren Sie mit ihren Beiträgen, indem Sie kommentieren oder relevante Inhalte teilen.
Dieser proaktive Ansatz sorgt dafür, dass Ihr Name mit der Zeit bekannt wird. Wenn Sie schließlich Kontakt aufnehmen, sind Sie kein völlig Fremder mehr – was die Antwortraten deutlich erhöht.
Das Ergebnis: ein tragfähiges Netzwerk, auf das Sie zurückgreifen können, sobald sich eine Chance ergibt.
Während einer aktiven Stellensuche
Wenn Sie bereits eine Stelle suchen, wird das Alumni-Tool zu einem wirkungsvollen täglichen Rechercheinstrument.
Ein sinnvoller Zeitplan besteht darin, zwei bis drei Monate nach Beginn Ihrer Stellensuche mit einer strukturierten Alumni-Kontaktaufnahme zu beginnen.
Empfohlene Strategie:
- Recherchieren Sie täglich 5–10 Alumni bei Zielunternehmen.
- Senden Sie statt einer Massenansprache 2–3 stark personalisierte Nachrichten pro Woche.
- Konzentrieren Sie sich auf relevante Gespräche statt auf ein hohes Volumen.
Verwenden Sie ein einfaches Nachverfolgungssystem, um organisiert zu bleiben. Notieren Sie:
- Wen Sie kontaktiert haben
- Wann Sie Kontakt aufgenommen haben
- Ob die Person geantwortet hat
So können Sie Follow-ups verwalten und professionell vorgehen.
Momente der beruflichen Neuorientierung
Das Alumni-Tool ist besonders wertvoll, wenn Sie eine berufliche Neuorientierung erwägen.
Prüfen Sie vor einem Branchen- oder Positionswechsel anhand von Alumni-Daten, ob der Wechsel realistisch ist.
Fragen Sie beispielsweise:
Wechseln Alumni mit meinem Hintergrund erfolgreich in dieses Fachgebiet?
Schritte:
- Filtern Sie nach Alumni, die ein ähnliches Fach studiert oder in vergleichbaren Positionen begonnen haben.
- Identifizieren Sie diejenigen, die nun in Ihrer Zielbranche arbeiten.
- Kontaktieren Sie 3–5 Personen, die den Wechsel erfolgreich vollzogen haben.
Stellen Sie konkrete Fragen zu:
- den für den Wechsel erforderlichen Kompetenzen
- den Herausforderungen während des Wechsels
- den Schritten, die sie heute empfehlen würden
Diese Erkenntnisse können die Unsicherheit bei einem Karrierewechsel erheblich verringern.
Geografische Veränderungen
Ein Umzug in eine neue Stadt ist ein weiterer idealer Zeitpunkt für den Einsatz des Alumni-Tools.
Beginnen Sie etwa sechs Monate vor Ihrem Umzug mit den Vorbereitungen.
Vorgehensweise:
- Filtern Sie Alumni nach Zielstadt und Branche.
- Erstellen Sie eine Liste von Fachkräften in Ihrem Bereich.
- Beginnen Sie Gespräche und nehmen Sie an virtuellen Alumni-Veranstaltungen in dieser Region teil.
Wenn Sie in der neuen Stadt ankommen, verfügen Sie bereits über mehrere Kontakte mit persönlichem Bezug, was Networking und Stellensuche wesentlich vereinfacht.
Während Alumni-Veranstaltungen und -Treffen
Networking-Veranstaltungen sind wesentlich produktiver, wenn Sie sich im Voraus vorbereiten.
Vor der Teilnahme an einem Alumni-Treffen:
- Identifizieren Sie mit dem Alumni-Tool potenzielle Teilnehmer.
- Recherchieren Sie zwei oder drei Personen, die Sie gern kennenlernen möchten.
- Bereiten Sie fundierte Gesprächsthemen vor.
Melden Sie sich nach der Veranstaltung zeitnah.
Senden Sie innerhalb von 24 Stunden eine Kontaktanfrage und beziehen Sie sich auf einen konkreten Aspekt Ihres Gesprächs. Pflegen Sie die Beziehung anschließend gegebenenfalls mit einem kurzen Follow-up-Gespräch.
Wenn Sie ein weiterführendes Studium erwägen
Das Alumni-Tool kann Ihnen auch dabei helfen, zu bewerten, ob sich ein weiterführendes Studium lohnt.
Untersuchen Sie damit reale Karriereverläufe der Alumni bestimmter Studiengänge.
Mögliche Fragen:
- Besitzen Fachkräfte in Ihrer Zielposition gewöhnlich einen MBA oder Masterabschluss?
- Welche Unternehmen stellen Alumni bestimmter Studiengänge ein?
- Wie unterscheiden sich Karriereverläufe je nach Abschluss?
Idealerweise führen Sie diese Recherche 6–12 Monate vor der Einschreibung in einen neuen Studiengang durch. Die beruflichen Werdegänge von Alumni liefern wertvolle reale Daten, mit denen Sie fundiertere Bildungsentscheidungen treffen können.
Das LinkedIn-Alumni-Netzwerk ist Ihr besonderer Vorteil – so nutzen Sie ihn
Das LinkedIn-Alumni-Tool gehört zu den wirkungsvollsten – und am wenigsten genutzten – Networking-Ressourcen, die heute verfügbar sind. Es ist vollkommen kostenlos, direkt in LinkedIn integriert und bietet Ihnen Zugang zu einem großen Netzwerk von Fachkräften, mit denen Sie etwas Bedeutendes verbindet: dieselbe Alma Mater.
Diese Gemeinsamkeit verändert alles.
Statt Fremden unaufgeforderte Nachrichten zu senden, wenden Sie sich an Mitabsolventen. Dies schafft sofort Kontext, Nähe und Glaubwürdigkeit. In einer Berufswelt mit überfüllten Posteingängen und begrenzter Aufmerksamkeit kann diese einfache Gemeinsamkeit die Antwortraten erheblich steigern und Türen öffnen, die andernfalls verschlossen blieben.
Der Wert des Alumni-Netzwerks ist enorm:
- Zugang zu Alumni von mehr als 23.000 Bildungseinrichtungen
- Sechs leistungsstarke Filter, mit denen Sie genau die Personen identifizieren, die Sie kennenlernen möchten
- Karriereeinblicke dazu, wo Alumni arbeiten, in welche Branchen sie einsteigen und wie sich Karrieren entwickeln
- Eine Grundlage für Mentoring, Stellenangebote, Umzugsplanung und Branchenrecherche
Wie bei jedem Netzwerk zeigt sich sein Wert jedoch erst, wenn Sie es aktiv nutzen.
Nachfolgend finden Sie einen einfachen 30-Tage-Aktionsplan, mit dem Sie Ihr Alumni-Netzwerk gezielt nutzen können.
Woche 1: Die Grundlage schaffen
Erkunden Sie zunächst das System.
- Melden Sie sich bei LinkedIn an und rufen Sie linkedin.com/alumni auf
- Erkunden Sie das Alumni-Dashboard und die Filter Ihrer Bildungseinrichtung
- Treten Sie der offiziellen Alumni-Gruppe Ihrer Einrichtung bei (sofern vorhanden)
Dieser Schritt hilft Ihnen, die Größe und Struktur Ihres Netzwerks zu verstehen.
Woche 2: Gezielte Recherche durchführen
Bestimmen Sie anschließend Ihre beruflichen Prioritäten.
- Wählen Sie 3–5 Zielunternehmen aus, die Sie näher untersuchen möchten
- Finden Sie mit den Alumni-Filtern dort tätige Alumni
- Grenzen Sie die Ergebnisse nach Abteilung oder Position ein
Erstellen Sie eine Liste mit 15–20 potenziellen Kontakten.
Woche 3: Mit der Interaktion beginnen
Nun ist es Zeit für die Kontaktaufnahme.
- Senden Sie personalisierte Nachrichten an 5–10 Alumni
- Erwähnen Sie Ihre gemeinsame Bildungseinrichtung und einen konkreten Grund für die Kontaktaufnahme
- Folgen Sie ihnen und ihren Beiträgen und interagieren Sie mit ihren Inhalten
Vermeiden Sie allgemeine Kontaktanfragen – eine fundierte Kontaktaufnahme macht einen erheblichen Unterschied.
Woche 4: Die Beziehungen pflegen
Wenn sich erste Gespräche ergeben, konzentrieren Sie sich auf den Aufbau echter Kontakte.
- Vereinbaren Sie 2–3 Informationsgespräche
- Stellen Sie konkrete Fragen, statt allgemein um Rat zu bitten
- Senden Sie Personen, die Ihnen hilfreiche Hinweise gegeben haben, ein Follow-up
Diese ersten Beziehungen bilden häufig die Grundlage Ihres beruflichen Netzwerks.
Abschließende Gedanken
Ihre Alma Mater ist wahrscheinlich wertvoller, als Sie denken.
Die gemeinsame Erfahrung, dieselbe Einrichtung besucht zu haben, ist ein starker persönlicher Anknüpfungspunkt, der in der Flut moderner Networking-Anfragen Aufmerksamkeit schafft. Das LinkedIn-Alumni-Tool macht dieses Netzwerk lediglich sichtbar und durchsuchbar.
Nutzen Sie es bewusst. Bleiben Sie bei Ihrer Kontaktaufnahme authentisch, stellen Sie konkrete Fragen und haben Sie Geduld, während sich Beziehungen entwickeln.
Große berufliche Netzwerke entstehen nicht über Nacht – mit dem richtigen System wachsen sie jedoch wesentlich schneller.
